Aktuelle Meldungen
Im Sozialausschuss des DG-Parlaments:

ÖSHZ erläuterten Herausforderungen und Sorgen

Am 4. Februar hörten die Mitglieder des Sozialausschusses im Parlament der DG die Präsidenten und Sekretäre der Öffentlichen Sozialhilfezentren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft an. Sie kamen schnell zu folgendem Schluss: Die Herausforderungen, die sich den Sozialhilfezentren stellen, sind in allen Gemeinden arbeitsmäßig ähnlich gelagert. Allerdings sind die ÖSHZ der Gemeinden Eupen und Kelmis aufgrund ihrer Zentrumsfunktion mit einer erheblich größeren Anzahl von Fällen konfrontiert.

In ihren umfassenden Darlegungen erläuterten die ÖSHZ-Vertreter die unterschiedlichen Schwerpunkte und Problemstellungen, denen ländliche und städtische Sozialhilfezentren gegenüberstehen.

Fragenkatalog

Vorab hatte der Sozialausschuss des DG-Parlaments den ÖSHZ-Vertretern einen umfangreichen Fragenkatalog als Orientierungsrahmen für die Anhörung vorgelegt, der u.a. Aspekte der Sozialhilfe (Eingliederungseinkommen und Gewährung von finanziellen Beihilfen sowie Vorschüssen), der sozial-beruflichen Integration, des Wohnungsmarkts für sozial schwache Personen und der lokalen Aufnahmenstrukturen für Asylbewerber umfasste. Schuldnerberatung und Dienstleistungen wie Essen auf Rädern sowie häusliche Hilfe wurden ebenso angesprochen.

Mangel an bezahlbarem Wohnraum

Das größte Problem der meisten ÖSHZ wurde in der Anhörung unter dem Vorsitz von Charles Servaty (SP) schnell deutlich: Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum für Personen mit niedrigem Einkommen. Und Bezieher von Eingliederungseinkommen haben nach der monatlichen Mietzahlung oft nicht mehr genug zum Leben.

Verbraucherschulung

Eine weitere Herausforderung, mit denen die Sozialhilfezentren konfrontiert sind:Die Liberalisierung des Energiesektors habe dazu geführt, dass viele Menschen die Bedingungen und die Rechnungen der Strom- oder Gasanbieter nicht mehr durchschauen. Die Verbraucherschulung, insbesondere in Bezug auf die Energieanbieter, müsse weitergeführt werden.

Sozial-berufliche Integration

Die ÖSHZ-Vertreterunterstrichen im Bereich der sozial-beruflichen Integration die Notwendigkeit, den arbeitssuchende Menschen ein individuelles Job-Coaching zukommen zu lassen. Sie bedauerten außerdem, dass die Erwachsenenbildungsorganisation KAP die Alphabetisierungskurse einstellen musste, denn – so betonten sie – die Integration von ausländischen Arbeitssuchenden fange bei der Sprachkompetenz an.

Die Mitglieder des Sozialausschusses warfen untere anderem Fragen nach Konzepten für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen auf dem zweiten Arbeitsmarkt beziehungsweise in der Sozialwirtschaft auf.

Sowohl die Mitglieder des Sozialausschusses im Parlament als auch die ÖSHZ-Vertreter begrüßten den Informationsaustausch. Die Vertreter der Sozialhilfezentren nutzten die Gelegenheit, um auf ihre engen finanziellen und personellen Spielräume hinzuweisen, die wenig Raum für neue Sozialprojekte lassen würden.