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09.03.2007

Parlamentspremiere in Eupen

Interpellation im Unterrichtsausschuss zu Masterplan
Zu einer Parlamentspremiere kam es am gestrigen Donnerstag am Eupener Kaperberg: zum ersten Mal überhaupt seit der Änderung der Geschäftsordnung im vergangenen Dezember interpellierte ein Parlamentsmitglied die Regierung im Rahmen einer Ausschusssitzung. Bislang waren Interpellationen nur in Plenarsitzungen möglich.
Der Interpellant, Gerhard Palm (PJU-PDB), wollte von Unterrichtsminister Oliver Paasch wissen, ob es einen Masterplan für das Unterrichtswesen gibt. Ein solcher Masterplan könne kurz und übersichtlich die Maßnahmen aufzeigen, die zur Steigerung der Unterrichtsqualität und zur Verbesserung der Chancengleichheit ergriffen werden oder geplant sind.
Marcel Strougmayer (SP) wies auf eine Reihe von Maßnahmen hin, die in den Masterplan aufgenommen werden müssten, so beispielsweise die Infrastruktur im Gemeinschaftsunterrichtswesen. „Wo man sich wohlfühlt, arbeitet man gut und fühlt sich weniger krank.“, so der SP-Politiker
Für Ecolo betonte Hans Niessen, ein Masterplan könne für das Unterrichtswesen hilfreich sein, sei aber nicht zwingend notwendig.
Gabriele Thiemann-Heinen (CSP) mahnte an, der Masterplan solle alle gesellschaftlichen Aspekte umfassen, so unter anderem das

Problem der Armut bei Kindern im Zusammenhang mit Leistungen im schulischen Bereich.


Schwachstellen


In seiner umfassenden Antwort betonte Unterrichtsminister Paasch, sowohl der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft als auch die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes hingen entscheidend von der Bildungsqualität in der Gemeinschaft ab. Er forderte eine größere Wertschätzung für die Arbeit der Lehrpersonen.
Trotz guter Ergebnisse für die DG in der PISA-Studie seien zwei Schwachstellen ausgemacht worden:
• Zu viele Menschen in der DG verfügten nicht über die notwendigen Grundfertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen.
• Dem Bildungswesen der DG gelinge es noch nicht, soziale Unterschiede auszugleichen. Die Bildungschancen der Kinder hingen immer noch von der sozialen Herkunft der Kinder ab.


Zielvorgaben


Paasch betonte, die Regierung habe deshalb ein Konzept mit  einem zusammenhängenden Maßnahmenkatalog erarbeitet, der die Problem im Unterrichtswesen mit einer wissensbasierten Bildungspolitik lösen solle. Die Vorgaben des Maßnahmenkatalogs seien:
• die Festlegung verbindlicher Zielvorgaben für die Schulen;
• die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Schulen;
• die Schaffung der Voraussetzungen, damit eigenverantwortliche Schulen die Zielvorgaben in die Praxis umsetzen können, beispielsweise durch die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung für Lehrpersonen, die Reform des Teilzeitunterricht, und die Verbesserung der Schulinfrastruktur;
• die interne und externe Evaluation der Schulen;
• die Unterstützung der Schulen durch externe Partner, z.B. PMS-Zentren
• die Verbesserung der Studien- und Berufsberatungsangebote für Schulabsolventen.
Der Minister sicherte den Parlamentariern zu, allen Akteuren im Unterrichtswesen den Masterplan zugänglich zu machen.


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