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21.06.2007

Petition Wohnheim Deidenberg:

„Bessere Kommunikation zwischen Behindertendienststelle und Betroffenen notwendig“


Am vergangenen Mittwoch (20. Juni) fand eine weitere Ausschusssitzung im Parlament der DG im Zusammenhang mit der Petition zur Schließung des „Wohnheims Deidenberg“ statt.  Dabei hörten die Parlamentarier mehrere Akteure aus dem Behindertenbereich an und entschieden abschließend, die Petition an den zuständigen Minister weiterzuleiten.
Das Haus Deidenberg wird zwar als Wohnheim ab 30. Juni geschlossen, bleibt aber für die Arbeit mit Behinderten erhalten, so das Fazit der Anhörung. Die Geldmittel in der Behindertenpolitik würden weiter erhöht. Bei der Unterbringung von Menschen mit einer Behinderung werde immer nach der optimalen Lösung gesucht. Allerdings müsse die Kommunikation zwischen der Behindertendienststelle und den Betroffenen verbessert werden. 


Keine Wartelisten


In der Petition hatten 5 800 Unterzeichner sich gegen eine Schließung des Wohnheims Deidenberg aus Spargründen ausgesprochen. Vor dem Parlament erläuterten Verantwortliche der Dienststelle für Personen mit Behinderung nun ausführlich die verschiedenen Wohnangebote. Sie unterstrichen dabei, in der DG gebe es keine Wartelisten für die Unterbringung von behinderten Menschen in einer geeigneten Wohnumgebung.


Schmerzhafter Prozess


Indes befürchteten die Initiatoren der Unterschriftenaktion willkürliches Handeln aus reinen Kostengründen bei der Schließung des Wohnheims Deidenberg. Ihr Sprecher, Peter Berens, machte auf den schmerzhaften Prozess für die betroffenen Personen aufmerksam, die nun zum Teil in anderen Wohnformen untergebracht werden.
Familiären Charakter wahren
Der Sprecher der VoG " Wohngemeinschaften für Behinderte" , Josef Haas, betonte, seit 20 Jahren sei es Ziel der Trägervereinigung der Eifeler Behindertenwohnheime, dort einen familiären Charakter zu schaffen. In Lommersweiler, wo ab dem 1. Juli einige der Bewohner des Wohnheims Deidenberg untergebracht würden, dürfe sich kein „Riesenwohnheim“ entwickeln. Deshalb müsse das Haus Deidenberg künftig prioritär von einer Wohngemeinschaft genutzt werden.


Individuelle Lösungen


Minister Gentges und die Vertreter der Dienststelle bemühten sich, im Raum stehende Vorwürfe zu entkräften. „Für jede Person wird in Absprache mit den Betroffenen und ihren Angehörigen ein individuelles Wohnprojekt entwickelt, dass ein Mehr an Lebensqualität für jeden einzelnen betreuten Behinderten bringt.“ , erklärte Siegfried Klöcker für das zuständige Prüfungsgremium der Dienststelle.
Kein Sparen
Mit Entschiedenheit erläuterte Minister Gentges zum wiederholten Mal, dass mit der Schließung des Wohnheims Deidenberg keine Kürzung der Geldmittel für den Behindertenbereich, sondern eine Umschichtung bezweckt werde. Nach wie vor würden die Mittel jährlich erhöht, von Sparen könne keine Rede sein. 


Mangelnde Kommunikation


Gerhard Palm (PJU-PDB) wunderte sich, dass die betroffenen Personen behaupteten, sie seien nicht korrekt informiert worden, obwohl bereits seit sechs Jahren an einer Weiterentwicklung der Unterbringungsmöglichkeiten gearbeitet werde. Lambert Jaegers (Ecolo) stellte eine Kluft zwischen der Dienststelle und einigen betroffenen Eltern fest, eine Kluft, die Resi Stoffels (SP) an unterschiedlichen Meinungen zur optimalen Unterbringung behinderter Menschen festmachte.
Den Vorwurf mangelnder Absprachen und Kommunikation bei der Schließung von Deidenberg beziehungsweise allgemein bei der Unterbringung von behinderten Menschen entgegneten die Verantwortlichen der Dienststelle mit dem Hinweis, alle Behindertenorganisationen seien im Verwaltungsrat vertreten und hätten dort einstimmig (bei einer Enthaltung) das neue Wohnkonzept gutgeheißen. Es sei auch Aufgabe der Organisationen, ihre angeschlossenen Mitglieder über Beschlüsse der Dienststelle zu informieren.
Ferdel Schröder (PFF) stellte fest, dass das neue Wohnkonzept allgemein gutgeheißen werde, auch wenn die Umsetzung im Einzelfall Sorge bereite. Er widersprach dem mehrfach geäußerten Zweifel an der Kompetenz externer Experten im Behindertenbereich. Die Erfahrung von außenstehenden Spezialisten, so Schröder, sei in der Behindertenversorgung ebenso hilfreich wie im Unterrichtswesen und vielen anderen Lebensbereichen.

Deidenberg


Gabriele Thiemann (CSP) forderte den Erhalt des Wohnheims Deidenberg und wünschte ein externes Audit für die Dienstelle für Personen mit einer Behinderung.
Dass das Haus Deidenberg für die Arbeit mit Behinderten erhalten bleibt, bestätigten Minister Gentges sowie Helmut Heinen, Direktor der Dienststelle. Allerdings würden dort vorläufig Behindertentrainings für selbständiges Wohnen durchgeführt. Sollte der Bedarf bestehe, werde in Deidenberg prioritär eine Wohngemeinschaft eingerichtet.
Das Parlament wird sich am kommenden Montag im Rahmen einer Interpellation von Gerhard Palm (PJU-PDB) nochmals zu der Unterbringung von behinderten Bürgern in der DG äußern.


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