28.09.2007
DELF-Studie im Parlamentsausschuss
Wie gut beherrschen die Schüler der DG das Französische? Einer nicht repräsentativen DELF-Studie der Universität Lüttich zufolge sind die Französischkenntnisse im 5. Primarschuljahr in der DG eher schwach; außerdem kann ein deutliches Gefälle zwischen dem Norden und Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft festgestellt werden. Die Nord-Süd-Unterschiede verschwinden jedoch in der Sekundarschule, wie die Testergebnisse mit Schülern des 2. und des 6. Sekundarschuljahres ergeben haben. Bemerkenswert ist, dass die Sekundarschülerinnen und -schüler sich allgemein sehr gut in Französisch verständigen können. Ein deutliches Defizit ist jedoch im Abiturjahr beim Verstehen von gesprochenem Französisch auf gehobenem Niveau festzustellen. Und hier dürfte der Schuh drücken: Ein deutschsprachiger Student, der Vorlesungen an einer französischsprachigen Universität folgen muss, ist dazu nicht ohne Weiteres mit seinen Sprachkenntnissen nach dem Abitur in der Lage! Die so genannte DELF-Studie wurde am vergangenen Donnerstag vom „Institut des Langues Vivantes“ der Lütticher Universität in Zusammenarbeit mit dem Ministerium der DG, Fachbereich Pädagogik, im Parlamentsausschuss für Unterricht und Ausbildung vorgestellt. Dazu konnte der Ausschussvorsitzende Ferdel Schröder Unterrichtsminister Oliver Paasch, Professor Jean-Marc Defays von der Uni Lüttich, die Projektleiterin Frau Maréchal sowie die Fachbereichsleiterin des Ministeriums Ruth de Sy begrüßen. Das Gemeinschaftsprojekt, so betonten die Verantwortlichen, wurde im März 2007 an verschiedenen Schulen der DG durchgeführt. Die insgesamt 230 befragten Schüler wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Als DELF-Studie wird die Erhebung deshalb bezeichnet, weil sie entsprechend den Kriterien des französischen „Diplôme d’Etudes de la Langue Française“ (DELF) durchgeführt wurden. Diese Kriterien orientieren sich an einem europäischen anerkannten Referenzrahmen. Unterrichtsminister Paasch hob hervor, dass das Thema Mehrsprachigkeit in den Schulen bereits seit Jahrzehnten diskutiert wird. Die vorliegende Studie biete allerdings zum ersten Mal überhaupt einen wissenschaftlichen Diskussionsansatz. Auch wenn die Studie nicht repräsentativ ist – dazu hätte eine größere Schülerzahl getestet werden müssen – so zeigt sie doch Tendenzen auf. Es sei nun notwendig, die Gründe für die Ergebnisse zu hinterfragen, hieß es seitens der Projektverantwortlichen. Die Vertreter der Universität Lüttich gaben der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Empfehlung, Anstrengungen zu unternehmen, damit die mündliche Kommunikation der Schülerinnen und Schüler gefördert werde. Auch sollte die unmittelbare Nachbarschaft zur Französischen Gemeinschaft für die Verbesserung der Sprachpraxis genutzt werden. Die Vorstellung der Studie im Unterrichtsausschuss des DG-Parlaments bildete den Auftakt zu einer Reihe von Beratungen zum Thema Mehrsprachigkeit im Schulwesen. Bereits kommende Woche wird die Autonome Hochschule ihre Vorstellungen zur Förderung der Mehrsprachigkeit, insbesondere im Zusammenhang mit der Lehrerausbildung, zur Diskussion stellen. Die Sitzung findet am Donnerstag, 4. Oktober um 17 Uhr im Plenarsaal am Eupener Kaperberg statt und ist öffentlich.
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