30.11.2007
Unterrichtsausschuss beendete Debatte über Spracherlernung
„Didaktik und Motivation entscheidend bei Fremdsprachenförderung!“
Breite Zustimmung erhielt das Konzept von Unterrichtsminister Oliver Paasch zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Unterrichtsausschuss des Parlaments der DG. Mehrere Monate hatte sich der Ausschuss mit der Thematik befasst, Fachleute angehört und an einer Hospitation im Schweizerischen Schaffhausen teilgenommen. Zu dem von Minister vorgelegten Konzept gehören eine verbesserte Fremdsprachenausbildung der Kindergärtner und Lehrer inklusive Didaktik, die Schaffung des Amtes „Französischlehrer“ im Primarschulwesen, der Einsatz von Lehrern, deren Muttersprache Französisch ist, sowie die Anwendung von wissenschaftlich anerkannten Evaluationsinstrumenten.
Motivation der Schüler fördern
„Wir brauchen geschultes Fachpersonal, das die Motivation der Kinder aufrechterhält und fördert.“, erklärte Marcel Strougmayer (SP) in seiner Stellungnahme. Wie seine Ausschusskollegen war er der Meinung, dass sprachdidaktische Kompetenzen der Lehrer der Schlüssel zur Motivationsförderung sind.
Delf-Tests ausbauen
Gabriele Thiemann-Heinen (CSP) wünschte eine flächendeckende Anwendung der Delf-Tests. Unterrichtsminister Paasch bestätigte ihr, dass diese künftig alle drei Jahre als repräsentatives Evaluationsinstrument durchgeführt werden. Mit Blick auf Deutschland meinte die CSP-Sprecherin, die DG nutze ihren Standortvorteil nicht wirklich. „Punkto Fremdsprachenkenntnisse sind die meisten unserer Nachbarregionen mittlerweile genau so weit wie wir.“
Deutschkenntnisse nicht vernachlässigen
Ecolo-Sprecher Hans Niessen wünschte didaktische Verbesserungen durch Native speakers und Immersionsprogramme, um die Französischkenntnisse zu steigern. Gleichzeitig betonte er: „Wir dürfen die Fremdsprache nicht auf Kosten der Muttersprache und der musischen Fächer fördern.“ Um einer Abnabelung der deutschen Sprachentwicklung in Belgien entgegen zu wirken, plädierte er für den Einsatz von Deutschlehrern, die ihre Ausbildung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz absolviert haben.
Überraschung
„Überraschende Erkenntnis im schweizerischen Schaffhausen war, mit wie viel weniger Unterrichtszeit bessere Resultate erreicht werden.“, stellte Gerhard Palm (PJU-PDB) heraus. Als weitere Überraschung wertete er die guten Noten von Professor Defays (Uni Lüttich) für das Fremdsprachenniveau der deutschsprachigen Studenten. Dabei gebe es laut Delf-Studie keine Unterschiede bei den Abiturienten aus dem Norden und dem Süden der DG. Palm forderte eine sprachübergreifende Ausbildung, die die Verwendung gleicher grammatischer Begriffe in allen Sprachen beinhaltet.
Computerspiele nutzen
Für Vivant regte Dr. Josef Meyer an, den Einsatz von speziellen Computerspielen zu fördern, um die Jugendlichen zur Erlernung von Fremdsprachen zu motivieren. Wie die Sprecher der anderen Fraktionen konnte er dem Konzept von Unterrichtsminister Paasch weitgehend zustimmen.
Englisch und Niederländisch
Jede Gelegenheit soll genutzt werden, um die Schüler an die französische Sprache heranzuführen, unterstrich Ferdel Schröder (PFF): Sei es im unmittelbaren Schulrahmen oder durch Immersionprogramme in frankophonen Nachbargemeinden. Auch besondere Schulaktivitäten sollten den Sprachkontakt fördern: „Schneeklassen gehören nicht nach Österreich oder Südtirol, sondern nach Frankreich!“, so der PFF- Sprecher.
Abschlussbericht
Der Unterrichtsausschuss wird voraussichtlich im Januar einen umfassenden Abschlussbericht über das von Minister Paasch vorgelegte Konzept zur Fremdsprachenförderung sowie die Ausschussberatungen vorlegen.
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