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Belgienweit

Gelungene Premiere für Parlamentstag

Unter dem Motto „300 Schüler, 7 Parlamente, 1 Tag!“ wurde am 17. April 2012 in allen Parlamenten von Gemeinschaften, Regionen und Föderalstaat zum ersten Mal der Parlamentstag organisiert. Verschiedene Sekundarschulklassen konnten sich in Brüssel, Namür und Eupen ein Bild von der Arbeit in den jeweiligen Parlamenten machen. Spielerisch sollten die Kinder Demokratie erleben und die Rolle des Abgeordneten entdecken.

Parlamentspräsident Ferdel Schröder begrüßte am Vormittag zwanzig Schüler der Bischöflichen Schule St. Vith im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen. „Dass Ihr Interesse an der Arbeit des Parlaments zeigt, ist für mich ein gutes Zeichen für unsere Demokratie“, meinte der Präsident, der den gesamten Vormittag mit den Schülern verbrachte. Im Nachmittag nahm der Parlamentspräsident in der Abgeordnetenkammer an einer Abschlussveranstaltung für alle in Brüssel teilnehmenSchüler am Rednerpult - Parlament zum Anfassenden Schulklassen teil. Bei dem Quiz stellten die Parlamentspräsidenten das Wissen der Schüler zum Aufbau des Föderalstaat, zu den Parlamenten und zum Sprachengebrauch auf den Prüfstand. Die Fragen zur Deutschsprachigen Gemeinschaft konnten die meisten Schüler richtig beantworten.

Die Schüler in Eupen spielten democracity, ein von der König Baudouin Stiftung konzipiertes Rollenspiel. Vier verschiedene Gruppen bildeten Parteien des Parlaments.

Hier war Einfallsreichtum gefragt. Zuerst ging es für die Schüler darum, ihrer Partei einen Namen zu geben und ein Parteiprogramm zu entwerfen. Die Schüler schlüpften in die Rolle des Präsidenten, des Sekretärs, des Parteisprechers und des Parteimitglieds.

Zum Teil lebhaft debattiert wurde die Vorstellung der Programmschwerpunkte. Wie man es von Parlamentariern erwartet, blieb der eine oder andere Schlagabtausch nicht aus. Wohlbefinden, Gerechtigkeit und Arbeit waren für die „Faire gerechte soziale Partei“, FGSP ausschlaggebend. Die JFP, „Jugendfördernde Partei“, hingegen setzte auf mehr Sicherheit, bessere Schulen und Jugendarbeit. Die „Gesundheitsaktivisten“ legten ihre Schwerpunkte auf Sport, Krankenhäuser und bessere Straßen. „Die Starken Fünf“, DSF, plädierte für Gleichberechtigung, ein Rauchverbot unter 18 Jahren, Rentenerhöhung und Umweltschutz. Zweck der Übung war, den Schülern nahe zu bringen, dass Beratung, Argumentation und Konsens in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind und dass die Stimme eines jeden zählt.

Im zweiten Teil des Spiels waren dann der Architekt und der Städteplaner in jeder Partei gefordert. Schüler am SpieltischWie kann eine Stadt so gebaut werden, dass man in ihr leben möchte? Welche Gebäude gehören unbedingt in diese Stadt? Die Schüler konnten aus einem Sortiment öffentlicher Gebäude diejenigen auswählen, die zu ihrem Parteiprogramm passten. Auch diese Auswahl musste vor den Parteikollegen gerechtfertigt werden. Die Parteikollegen wiederum nutzten ihre Chance, um Verbesserungsvorschläge anzubringen.

Es war ein rundum gelungener Auftakt für das neue Angebot des Parlaments, das sich vor allen Dingen an Schulen richtet. Democracity steht allen Schulen und Jugendgruppen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Verfügung. Anmeldungen nimmt die Parlamentsverwaltung über die Website des Parlaments entgegen.

 


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